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Kunststoffpaletten: CONAI, Plastiksteuer, Verpackungsgesetz und EPR in Europa

Aktualisiert am · Technische Redaktion ROLL

Kurz gesagtIn Italien fällt auf eine neue Kunststoffpalette beim ersten Verkauf der Umweltbeitrag von CONAI an: Paletten stehen in Klasse A1.1, 2026 mit 40 Euro pro Tonne, das sind etwa 0,80 Euro für eine Palette mit 20 kg. Die Plastiksteuern in Italien, im Vereinigten Königreich und in Spanien treffen Einwegverpackungen: Eine für die Wiederverwendung ausgelegte Palette bleibt in der Regel außen vor, unter den Bedingungen, die Sie unten finden.

Auf der Rechnung für eine neue Kunststoffpalette aus Italien steht der Umweltbeitrag von CONAI, dem italienischen Verpackungskonsortium. Die Plastiksteuern in Italien, im Vereinigten Königreich und in Spanien zielen dagegen auf Einwegverpackungen. Hier finden Sie, wer was zahlt, Land für Land, mit den am 17.10.2026 geprüften Regeln.

Wichtig: CONAI ist eine rein italienische Pflicht. In anderen Ländern gelten eigene nationale EPR-Systeme, etwa die Plastic Packaging Tax im Vereinigten Königreich, die spanische Kunststoffsteuer und die Registrierung bei LUCID in Deutschland. Sie finden sie weiter unten im Abschnitt Vereinigtes Königreich, Spanien, Deutschland.

Rechnung über Kunststoffpaletten mit hervorgehobener Zeile für den CONAI-Umweltbeitrag
Kunststoffpalette: CONAI-Klasse A1.1, 40 €/t im Jahr 2026. Für eine Palette mit 20 kg fallen etwa 0,80 € Beitrag an.

Diese Seite ist keine Steuerberatung. Lassen Sie Ihren Fall von einem Berater oder direkt von CONAI prüfen.

Wer was zahlt: die Übersicht nach Ländern

Land Abgabe Wiederverwendbare Kunststoffpalette Quelle
Italien Umweltbeitrag CONAI fällig beim ersten Verkauf, Klasse A1.1, 40 €/t; vergünstigte Regelungen für Mehrwegkreisläufe [1][2][4]
Italien Plastiksteuer 0,45 €/kg, ab 2027 in der Regel nicht betroffen, wenn für die Wiederverwendung ausgelegt [5][6]
Vereinigtes Königreich Plastic Packaging Tax in der Regel befreit, wenn mit importierter Ware beladen [7]
Spanien Steuer auf nicht wiederverwendbare Kunststoffverpackungen, 0,45 €/kg in der Regel nicht betroffen, wenn für mehrere Umläufe konzipiert [9]
Deutschland Registrierung bei LUCID und Rücknahmepflicht Registrierung Pflicht, wenn mit Ware befüllt [10]

CONAI: die Beitragsklasse für Paletten und was sie kostet

Schema der CONAI-Beitragsklassen für Kunststoff mit Paletten in Klasse A1.1
In der CONAI-Liste 2026 stehen Paletten in Klasse A1.1, der niedrigsten: 40 €/t gegenüber 790 €/t in Klasse C.

In der seit 1. Januar 2026 geltenden CONAI-Liste steht der Eintrag „Paletten“ in Klasse A1.1, zusammen etwa mit festen Zwischenlagen aus PP [2]. Diese Gruppe umfasst Verpackungen mit etablierter Sortierung und Verwertung, vor allem im gewerblichen und industriellen Kreislauf [2].

Klasse A1.1 liegt seit dem 1. Juli 2025 bei 40 €/t, vorher bei 24 €/t [1]. Der CONAI-Leitfaden 2026 bestätigt die 40 €/t für das gesamte Jahr 2026 [3]. Zum Vergleich: Klasse C, die teuerste, liegt bei 790 €/t [1].

Der Beitrag wird beim „ersten Verkauf“ erhoben, also wenn der Hersteller oder Händler der leeren Verpackung sie an den ersten Verwender verkauft [3]. Der Verkäufer weist ihn auf der Rechnung aus, und Sie zahlen ihn mit dem Preis. Wenn Sie leere Paletten aus dem Ausland nach Italien einführen, sind Sie als Importeur für die Formalitäten zuständig [3].

Mehrwegpaletten und kontrollierte Kreisläufe

CONAI sieht zwei Vergünstigungen für Mehrwegverpackungen vor [4]:

  • Befreiung vom Beitrag für Verpackungen, die im eigenen Produktionskreislauf oder im eigenen Vertriebsnetz eingesetzt werden;
  • vergünstigte Regelungen für Verpackungen in bestimmten Wiederverwendungskreisläufen: Der Beitrag wird erst fällig, wenn die Verpackung den Kreislauf verlässt, statt beim ersten Inverkehrbringen, oder er wird mit einem prozentualen Gewichtsabschlag berechnet.

Für wieder in Verkehr gebrachte Holzpaletten und für neue, auf mehrjährige Wiederverwendung ausgelegte Holzpaletten hat CONAI eigene Regeln [4]. Zu neuen oder gebrauchten Kunststoffpaletten enthält die Seite mit den Sonderfällen nichts Spezifisches. Wenn Sie einen geschlossenen Kreislauf betreiben oder Paletten mieten, fragen Sie CONAI vor der Einrichtung der Buchhaltung, welche Regelung gilt. Den europäischen Rahmen für Mehrweg finden Sie unter Mehrwegpaletten und PPWR.

Italienische Plastiksteuer: warum eine Mehrwegpalette nicht darunter fällt

Mehrwegpalette aus Kunststoff im geschlossenen Kreislauf neben einer leichten Einwegpalette, Plastiksteuer nur auf der zweiten
Plastiksteuer: 0,45 €/kg auf Einwegprodukte ab 2027. Die für die Wiederverwendung ausgelegte Palette bleibt in der Regel außen vor, die Einwegpalette nicht.

Die Plastiksteuer wurde mit dem italienischen Haushaltsgesetz 2020 eingeführt (Gesetz 160/2019, Absatz 634) [5]. Sie trifft die MACSI, also Produkte, die nicht „konzipiert, entworfen oder in Verkehr gebracht werden, um während ihres Lebenszyklus mehrere Transporte durchzuführen oder für denselben Zweck wiederverwendet zu werden“ [5].

Der Steuersatz beträgt 0,45 Euro pro Kilo. Recycelter Kunststoff im Produkt geht nicht in die Berechnung ein, kompostierbare Produkte und Verpackungen für Arzneimittel sind ausgenommen [6]. Das Haushaltsgesetz 2026 hat den Start von Juli 2026 auf Januar 2027 verschoben [6].

Aus der Definition folgt, dass eine für die Wiederverwendung ausgelegte Palette kein MACSI ist. Das ist unsere Lesart des Gesetzestextes. Die Vorschrift nennt Paletten nicht, maßgeblich bleibt daher eine offizielle Auskunft der italienischen Zollbehörde (Agenzia delle Dogane). Das Risiko betrifft vor allem leichte Paletten, die für Einwegsendungen verkauft werden.

Vereinigtes Königreich, Spanien, Deutschland

Schematische Karte von Italien, Vereinigtem Königreich, Spanien und Deutschland mit der jeweiligen Abgabe auf Kunststoffpaletten
Vier Länder, vier Regeln: CONAI in Italien, PPT im Vereinigten Königreich, Einwegsteuer in Spanien, LUCID in Deutschland.

Vereinigtes Königreich

Die Plastic Packaging Tax gilt nicht für Transportverpackungen, die für den Import von Waren verwendet werden. Der Leitfaden der Regierung nennt Kisten, Behälter, Paletten und andere schwere, wiederverwendbare Kunststoffverpackungen [7]. Die Ausnahme gilt nicht für Verpackungen, die leer eingeführt werden [7]. Für Verpackungen mit weniger als 30 % Rezyklat beträgt der Satz seit dem 1. April 2026 228,82 Pfund pro Tonne [8].

Spanien

Das Gesetz 7/2022 (Ley 7/2022) hat zum 1. Januar 2023 eine Steuer von 0,45 Euro pro Kilo auf nicht wiederverwendbare Kunststoffverpackungen eingeführt, befüllt oder leer [9]. Dasselbe Gesetz definiert als Einwegprodukt ein Produkt, das nicht für mehrere Kreisläufe oder Umläufe konzipiert ist [9]. Eine für die Wiederverwendung ausgelegte Palette dürfte daher nicht darunter fallen. Den Artikel, der den Anwendungsbereich der Steuer festlegt, sollten Sie vollständig mit Ihrem spanischen Berater lesen.

Deutschland

Seit dem 1. Juli 2022 gilt die Registrierungspflicht im Verpackungsregister LUCID für alle mit Ware befüllten Verpackungen, auch für Transportverpackungen wie Paletten [10]. Für Transportverpackungen ist keine Beteiligung an einem dualen System nötig, es besteht aber eine Rücknahmepflicht (§ 15 VerpackG) [10]. Die Quelle ist eine deutsche Anwaltskanzlei: Prüfen Sie die Angaben im amtlichen Register.

Die Pflanzenschutzregeln für den Export finden Sie unter Exportpaletten und ISPM 15.

Rechenbeispiel und Checkliste für die Verwaltung

Checkliste für die Buchhaltung zu CONAI, Plastiksteuer und EPR bei Kunststoffpaletten
Fünf Prüfpunkte: CONAI-Zeile auf der Rechnung, Gewicht der Palette, erklärte Wiederverwendbarkeit, Import leer oder beladen, Zielland.

Mit Klasse A1.1 zu 40 €/t [1][3] ergibt sich der Beitrag pro Palette aus dem Gewicht in Tonnen mal 40 Euro:

Palette Gewicht CONAI-Beitrag 2026
leicht, nestbar 5 kg 0,20 €
mittel, mit Verstärkung 16 kg 0,64 €
schwer 25 kg 1,00 €

Das sind kleine Beträge im Vergleich zum Preis der Palette, den Sie unter was eine Kunststoffpalette kostet finden. Mehr Gewicht haben die Formalitäten. Prüfen Sie vor einer Bestellung:

  1. ob die Rechnung des italienischen Lieferanten den CONAI-Beitrag ausweist;
  2. das tatsächliche Gewicht der Palette, denn der Beitrag wird nach Gewicht berechnet;
  3. ob der Hersteller die Palette als wiederverwendbar ausweist, wichtig für die italienische Plastiksteuer und die spanische Steuer;
  4. bei der Einfuhr leerer Paletten nach Italien: Die CONAI-Formalitäten liegen bei Ihnen;
  5. die Regeln im Zielland: PPT-Befreiung nur für beladene Paletten im Vereinigten Königreich, Registrierung bei LUCID in Deutschland.

Den wirtschaftlichen Vergleich mit Holz finden Sie unter Kunststoffpalette oder Holzpalette.

Häufige Fragen

Muss ich auf eine gekaufte Kunststoffpalette den CONAI-Beitrag zahlen?

Ja, wenn Sie sie neu in Italien kaufen: Der Umweltbeitrag von CONAI, dem italienischen Verpackungskonsortium, fällt beim ersten Verkauf der leeren Verpackung an, und der Verkäufer weist ihn auf der Rechnung aus. In der seit 1. Januar 2026 geltenden CONAI-Liste stehen Kunststoffpaletten in Klasse A1.1, die 2026 mit 40 Euro pro Tonne bewertet ist: etwa 0,80 Euro für eine Palette mit 20 kg. Wenn Sie leere Paletten aus dem Ausland nach Italien einführen, erledigen Sie die Formalitäten selbst als Importeur.

Gilt die Plastiksteuer für Kunststoffpaletten?

Die italienische Plastiksteuer (Gesetz 160/2019) trifft die sogenannten MACSI, also Produkte, die nicht für mehrere Transporte oder für die Wiederverwendung zum selben Zweck konzipiert sind. Nach unserer Lesart der gesetzlichen Definition bleibt eine für die Wiederverwendung ausgelegte Palette außen vor, eine Einwegpalette nicht. Die Steuer beträgt 0,45 Euro pro Kilo und ist auf Januar 2027 verschoben. Lassen Sie sich Ihren Fall von Ihrem Berater oder der italienischen Zollbehörde bestätigen.

Zahle ich die Plastic Packaging Tax, wenn ich Ware auf Kunststoffpaletten ins Vereinigte Königreich exportiere?

In der Regel nicht, wenn die Palette beladen ankommt. Der Leitfaden der britischen Regierung nimmt Transportverpackungen, die für den Import von Waren genutzt werden, von der Plastic Packaging Tax aus und nennt ausdrücklich wiederverwendbare Kunststoffpaletten. Die Ausnahme gilt nicht für leer eingeführte Verpackungen, für die die normalen Regeln der Steuer gelten.

Wer zahlt den CONAI-Beitrag, wenn ich Paletten miete?

CONAI sieht für Mehrwegverpackungen in Wiederverwendungskreisläufen vergünstigte Regelungen vor: Der Beitrag wird erst fällig, wenn die Verpackung den Kreislauf verlässt, statt beim ersten Inverkehrbringen, oder er wird mit einem Gewichtsabschlag berechnet. Welche Regelung für ein Mietsystem gilt, legt der CONAI-Leitfaden 2026 fest: Klären Sie das mit dem Konsortium oder Ihrem Lieferanten.

Muss ich mich in Deutschland bei LUCID registrieren, wenn ich Ware auf Paletten versende?

Seit dem 1. Juli 2022 gilt die Registrierungspflicht im Verpackungsregister LUCID für alle mit Ware befüllten Verpackungen, auch für Transportverpackungen wie Paletten. Für Transportverpackungen ist keine Beteiligung an einem dualen System nötig, es besteht aber eine Rücknahmepflicht (§ 15 VerpackG). Prüfen Sie Ihre Situation auf der Website der Zentralen Stelle Verpackungsregister.

Quellen

  1. CONAI: Differenzierter Beitrag Kunststoff, Beitragsklassen und Werte in €/t (abgerufen am 17.10.2026)
  2. CONAI: Liste der Kunststoffverpackungen und Beitragsklassen ab 1. Januar 2026 (PDF)
  3. Guida al Contributo Ambientale CONAI 2026, S. 18, 38, 42-43 (PDF-Kopie)
  4. CONAI: Contributo ridotto o esente, casi particolari
  5. Certifico: MACSI, imposta sul consumo dei manufatti con singolo impiego (L. 160/2019, c. 634)
  6. Materia Rinnovabile: Plastic tax, nuovo rinvio al 2027 (7.1.2026)
  7. GOV.UK: Check which plastic packaging is exempt from Plastic Packaging Tax
  8. Rödl & Partner: Plastic Packaging Tax, new rates (6.3.2026, Sekundärquelle)
  9. BOE: Ley 7/2022 de residuos y suelos contaminados para una economía circular
  10. IT-Recht Kanzlei: Registrierung bei LUCID für nicht systembeteiligungspflichtige Verpackungen ab 1.7.2022 (Sekundärquelle)
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